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Die Frau funktioniert hormonell in Bezug auf die Reproduktion anders als der Mann. Der Hormonhaushalt in den Eierstöcken wird durch übergeordnete Hormone in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert, namentlich das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH).

Frau sein

Die Frau unterscheidet sich nicht nur in Bezug auf die äussere Erscheinung vom Mann, sondern sie funktioniert grundlegend anders als der Mann. Trotz vieler hormoneller Gemeinsamkeiten gibt es, gerade bezogen auf die Reproduktion, wesentliche hormonelle Unterscheide zwischen den Geschlechtern.
Während der Mann in den Hoden vor allem Testosteron als Geschlechtshormon produziert, werden bei der Frau in den Eierstöcken vor allem Östrogene gebildet und freigegeben. Diese beiden Hormone sind entscheidend für die Ausbildung der männlichen oder weiblichen Geschlechtsmerkmale. Während der Mann mit Eintritt der Pubertät den typischen Stimmbruch vollzieht und bei ihm der Bartwuchs beginnt, finden bei der Frau unter Einfluss der Östrogene das Wachstum der Brustdrüsen und der Eintritt der Regelblutungen statt.

Männer und Testosteron

Die peripheren Drüsen des Mannes sind die Hoden, in denen das Testosteron gebildet wird. Diese Testosteronbildung beim Mann beginnt in der Pubertät und bleibt bis ins hohe Alter erhalten, obwohl typischerweise die Testosteronproduktion in den Hoden etwa ab dem 50. Lebensjahr leicht abnimmt. Dennoch bleibt der Mann trotz dieser Abschwächung das ganze Leben lang zeugungsfähig.

Eierstöcke, Östradiol und Progesteron

Bei der Frau hingegen findet im Verlauf der Pubertät die Produktion von Östrogenen in den Eierstöcken statt. In den Eierstöcken wachsen jeden Monat Follikel heran, welche eine befruchtbare Eizelle enthalten. Jeder Follikel im Eierstock produziert Östradiol, welches grundsätzlich für das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich ist. In der ersten Hälfte des Regelzyklus wird die Gebärmutterschleimhaut kontinuierlich stärker durchblutet und nimmt somit an Volumen zu, so dass diese ungefähr in der Mitte des Zyklus (+/- 2 Wochen) für den Empfang einer befruchteten Eizelle bereit wäre. Nach dem Eizellsprung (Ovulation) wird die befruchtbare Eizelle über den Eileiter in die Gebärmutter transportiert. Im Laufe der Wanderung der Eizelle durch den Eileiter könnte diese durch einen männlichen Samen (Spermium) befruchtet werden.

Nach dem Eisprung bleibt im Eierstock der Follikel zurück, welcher die Eizelle zum Eisprung begleitet hat.  Der Follikel füllt sich mit Blut und bildet so den  Gelbkörper (Corpus Luteum). Das Corpus Luteum ist für die Produktion von Progesteron zuständig, welches anschliessend für die Entspannung der Gebärmuttermuskulatur sorgt, was für die Einnistung einer eventuell befruchteten Eizelle und das Aufrechterhalten einer Schwangerschaft nötig wäre. Findet keine Befruchtung und keine Einnistung einer Eizelle statt, wird die Gebärmutterschleimhaut abgelöst und ausgeschieden (Menstruationsblutung). Falls aber eine Befruchtung und Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutter stattfindet (Schwangerschaft), findet im Anschluss keine Regelblutung statt. Eine Schwangerschaft kann wenige Wochen (3–4 Wochen) nach der Einnistung der befruchteten Eizelle mithilfe eines Schwangerschaftstests festgestellt werden.

Die fruchtbare Zeit der Frau

Die Eizellenproduktion der Frau ist im Gegensatz zur Spermienproduktion des Mannes limitiert. In der Regel dauert die Zeit der Fruchtbarkeit der Frau ungefähr vom 12. bis zum 52. Lebensjahr. In dieser Zeit findet jeden Monat ein Zyklus der Reifung einer Eizelle mit anschliessender Menstruationsblutung statt. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, reduziert sich bei der Frau aber bereits vor der letzten Menstruationsblutung stark. Es ist nämlich bekannt, dass bereits ab dem 35. Lebensjahr die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei der Frau rapide abnimmt, auch weil die Qualität der Eizellen und somit die Überlebenschancen des Fötus abnehmen.

Steuerung des Regelzyklus (FSH und LH)

Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) kontrolliert durch die Ausschüttung bestimmter Hormone den weiblichen Zyklus. Die Hypophyse gibt zwei wichtige Hormone ab, die für die Eizellenreifung im Eierstock wichtig sind: Das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH). Diese beiden Hormone sind unabdingbar für eine normale Eizellenreifung. Während das FSH vor allem für die Vermehrung und Reifung der einzelnen Follikel im Eierstock da ist, ist das LH für die Selektion des Tertiärfollikels (also der Follikel, der zum Eisprung führt) und den Eisprung verantwortlich.

Fehlen diese beiden Hormone oder ist ihre Produktion zu gering, fehlt bei der Frau der Regelzyklus entweder vollständig oder er tritt nur unregelmässig auf. Der Regelkreis der Produktion von Östrogenen ist in sich geschlossen: Die Ausschüttung von FSH und LH aus der Hypophyse wird durch die im Blut zirkulierenden Konzentrationen an Östrogenen und Progesteron reguliert. Unnatürlich hohe Konzentrationen von Östrogenen im Blut, wie sie beispielsweise mit der Einnahme der Pille auftreten, führen zu einer Reduktion der FSH-Ausschüttung und verhindern eine Eizellen- bzw. Follikelreifung, womit eine Schwangerschaft effizient verhindert werden kann.